Datenmobil in Frankreich

In Zeiten mobiler Datennutzung mit dem iPhone stellt sich die Frage noch den Möglichkeiten im Ausland. Verwendet man die deutsche Karte weiter, entstehen hohe Kosten für das Daten-Roaming, das man im Einstellungsmenü besser ausgeschaltet lassen sollte. Aufgrund der immensen Kosten stellt es keine wirkliche Alternative dar.

Praktischer ist da die Verwendung einer Prepaid-Karte aus dem jeweiligen Gastland. Für Spanien hatte ich einmal den Anbieter “MASmovil” gefunden, der interessanteste und sehr preisgünstige Tarif ist für Neukunden jetzt jedoch nicht mehr buchbar, so dass ich auf eine Vorstellung verzichte. In Frankreich hat sich Orange als der günstigste Anbieter herausgestellt. Hier kostet die Datenflatrate pro Monat 15,00 EUR.

Nach dem Motto “andere Länder, andere Sitten” sind jedoch ein paar Eigenarten zu beachten. Besonders in Frankreich kommt hinzu, dass man dort jede Sprache spricht, solange sie französisch ist. Hier musste ich die erste Hürde überwinden, aber Dank verschiedener Vokabel-Programm ging es.

Die Prepaid-Karte besorgt man sich in einem der zahlreichen Orange-Shops vor Ort. Es werden auch Micro-SIM-Karten für das iPhone ausgegeben. Die Karte ist meist mit einem Anfangsguthaben ausgestattet, das man durch Zukauf von Aufladecodes erhöhen kann. Verbunden mit dem Guthaben ist die Gültigkeit der Karte, dieser Punkt ist besonders zu beachten, wenn man die Karte bei einem späteren Aufenthalt nochmals benutzen will und sie deshalb nicht verfallen soll. Also zunächst prüfen, wie lange die erworbene Karte gültig ist und dann durch gezieltes Aufladen die Gültigkeit verlängern. Je größer die Beträge sind, die auf einmal geladen werden, desto länger läuft die Karte.

Zweitens richtet man sich zweckmäßigerweise einen Kundenzugang auf der Webseite von Orange ein (am besten auf dem MacBook im WLAN der Ferienwohnung). Hier kann man die Karte einigermaßen verwalten, wobei aber das Aufladen via Kreditkarte bei mir regelmäßig nicht funktioniert (“deutsche” Mastercard, Kontakt mit der Webseite von Deutschland aus. Vielleicht geht es in Frankreich und/oder mit einer französischen Kreditkarte besser, obwohl es hierfür keine sinnvolle Erklärung gäbe). Der Zugang via Webinterface ist aber praktisch, um die Datenflat ein- und auszuschalten und den Kontostand zu prüfen.

Drittens ist es nämlich so, das die Datenflat sich automatisch verlängert, wenn sie nicht wieder abbestellt wird. Das funktioniert so lange, wie ausreichend Guthaben auf der Karte ist. Falls das verbraucht ist, lauert die Flat auf das nächste Nachladen und bucht dann direkt wieder den Betrag ab. Soweit jedenfalls die Theorie. Es ist übrigens keineswegs eine einzige Flat sondern derer zwei, denn es gibt eine für “eMail” und eine für “WWW”. (6,00 resp. 9,00 EUR). Wer seine Mails über ein Webportal empfangen und verschicken will, käme also auch mit 9,00 EUR aus, wobei die Ersparnis von 6,00 EUR die Komforteinbuße meiner Meinung nach nicht aufwiegt. Bei einem evtl. vorhandenen Guthabenüberschuss sollten also nach dem Urlaub die Flats im Webinterface deaktiviert werden.

Nun ist die Karte geladen und die Flatrate soll starten. Hat man das Webinterface eingerichtet, kann man unter “mes options / bons plans” auf den Reiter “Souscrire une nouvelle option” klicken und dort “option Mail” und “option internet max” auswählen. Man kann die Flats auch übers iPhone buchen, dann tippt man auf der Telefontastatur #123# und die grüne Taste und bekommt dann eine Text-Antwort mit weiteren Auswahlmöglichkeiten. Hier muss man sich dann durch das französische Menü hangeln und kann dann ebenfalls buchen.

Ein unerklärliches Missgeschick ist mir einmal passiert, das Guthaben war verbraucht und die Flats waren aktiv, so habe ich beim nächsten Besuch ein paar Wochen später 15,00 EUR nachgeladen, allerdings wurden die Beträge für die Flatrates nicht abgebucht. Nach kurzer Nutzungszeit merkte ich dann über die Kontostandsabfrage, dass das Guthaben dahin schmolz, so habe ich im Webinterface beide Flats abgeschaltet und dann eine der beiden wieder aufgebucht (für die andere fehlte ja nun das Guthaben). Natürlich ist es hier wie dort vollkommen sinnlos, die Hotline mit diesem Problem zu behelligen.

Das Guthaben hatte ich immer passend für die Flatrates einbezahlt. Wer jedoch auf seinem Orange-Telefon nicht nur angerufen werden möchte sondern auch selbst Gespräche führen will, muss entsprechend mehr Guthaben laden. Hier reicht aber oft auch die deutsche Karte im Zweithandy. kdg

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