25. Oktober 2011

Datenmobil in Frankreich

In Zeiten mobiler Datennutzung mit dem iPhone stellt sich die Frage noch den Möglichkeiten im Ausland. Verwendet man die deutsche Karte weiter, entstehen hohe Kosten für das Daten-Roaming, das man im Einstellungsmenü besser ausgeschaltet lassen sollte. Aufgrund der immensen Kosten stellt es keine wirkliche Alternative dar.

Praktischer ist da die Verwendung einer Prepaid-Karte aus dem jeweiligen Gastland. Für Spanien hatte ich einmal den Anbieter „MASmovil“ gefunden, der interessanteste und sehr preisgünstige Tarif ist für Neukunden jetzt jedoch nicht mehr buchbar, so dass ich auf eine Vorstellung verzichte. In Frankreich hat sich Orange als der günstigste Anbieter herausgestellt. Hier kostet die Datenflatrate pro Monat 15,00 EUR.

Nach dem Motto „andere Länder, andere Sitten“ sind jedoch ein paar Eigenarten zu beachten. Besonders in Frankreich kommt hinzu, dass man dort jede Sprache spricht, solange sie französisch ist. Hier musste ich die erste Hürde überwinden, aber Dank verschiedener Vokabel-Programm ging es.

Die Prepaid-Karte besorgt man sich in einem der zahlreichen Orange-Shops vor Ort. Es werden auch Micro-SIM-Karten für das iPhone ausgegeben. Die Karte ist meist mit einem Anfangsguthaben ausgestattet, das man durch Zukauf von Aufladecodes erhöhen kann. Verbunden mit dem Guthaben ist die Gültigkeit der Karte, dieser Punkt ist besonders zu beachten, wenn man die Karte bei einem späteren Aufenthalt nochmals benutzen will und sie deshalb nicht verfallen soll. Also zunächst prüfen, wie lange die erworbene Karte gültig ist und dann durch gezieltes Aufladen die Gültigkeit verlängern. Je größer die Beträge sind, die auf einmal geladen werden, desto länger läuft die Karte.

Zweitens richtet man sich zweckmäßigerweise einen Kundenzugang auf der Webseite von Orange ein (am besten auf dem MacBook im WLAN der Ferienwohnung). Hier kann man die Karte einigermaßen verwalten, wobei aber das Aufladen via Kreditkarte bei mir regelmäßig nicht funktioniert („deutsche“ Mastercard, Kontakt mit der Webseite von Deutschland aus. Vielleicht geht es in Frankreich und/oder mit einer französischen Kreditkarte besser, obwohl es hierfür keine sinnvolle Erklärung gäbe). Der Zugang via Webinterface ist aber praktisch, um die Datenflat ein- und auszuschalten und den Kontostand zu prüfen.

Drittens ist es nämlich so, das die Datenflat sich automatisch verlängert, wenn sie nicht wieder abbestellt wird. Das funktioniert so lange, wie ausreichend Guthaben auf der Karte ist. Falls das verbraucht ist, lauert die Flat auf das nächste Nachladen und bucht dann direkt wieder den Betrag ab. Soweit jedenfalls die Theorie. Es ist übrigens keineswegs eine einzige Flat sondern derer zwei, denn es gibt eine für „eMail“ und eine für „WWW“. (6,00 resp. 9,00 EUR). Wer seine Mails über ein Webportal empfangen und verschicken will, käme also auch mit 9,00 EUR aus, wobei die Ersparnis von 6,00 EUR die Komforteinbuße meiner Meinung nach nicht aufwiegt. Bei einem evtl. vorhandenen Guthabenüberschuss sollten also nach dem Urlaub die Flats im Webinterface deaktiviert werden.

Nun ist die Karte geladen und die Flatrate soll starten. Hat man das Webinterface eingerichtet, kann man unter „mes options / bons plans“ auf den Reiter „Souscrire une nouvelle option“ klicken und dort „option Mail“ und „option internet max“ auswählen. Man kann die Flats auch übers iPhone buchen, dann tippt man auf der Telefontastatur #123# und die grüne Taste und bekommt dann eine Text-Antwort mit weiteren Auswahlmöglichkeiten. Hier muss man sich dann durch das französische Menü hangeln und kann dann ebenfalls buchen.

Ein unerklärliches Missgeschick ist mir einmal passiert, das Guthaben war verbraucht und die Flats waren aktiv, so habe ich beim nächsten Besuch ein paar Wochen später 15,00 EUR nachgeladen, allerdings wurden die Beträge für die Flatrates nicht abgebucht. Nach kurzer Nutzungszeit merkte ich dann über die Kontostandsabfrage, dass das Guthaben dahin schmolz, so habe ich im Webinterface beide Flats abgeschaltet und dann eine der beiden wieder aufgebucht (für die andere fehlte ja nun das Guthaben). Natürlich ist es hier wie dort vollkommen sinnlos, die Hotline mit diesem Problem zu behelligen.

Das Guthaben hatte ich immer passend für die Flatrates einbezahlt. Wer jedoch auf seinem Orange-Telefon nicht nur angerufen werden möchte sondern auch selbst Gespräche führen will, muss entsprechend mehr Guthaben laden. Hier reicht aber oft auch die deutsche Karte im Zweithandy. kdg

6. Oktober 2011

Steve Jobs gestorben

Die Agenturen melden: Steve Jobs ist tot. Ein „one more thing“, auf das ich gerne noch lange gewartet hätte. kdg

19. September 2011

iPhone-Ladegerät am Fahrrad

Selten habe ich so ein schlecht dokumentiertes Produkt gesehen wie das jetzt neuerdings angebotene „Revolt“-Ladegerät von Pearl, das mit 29,00 EUR einen ganz attraktiven Preis bietet. Leider lässt der Werbetext auf der Verpackung, der in allen Online-Shops unmodifiziert wiedergegeben wird, wenig Rückschlüsse auf die tatsächliche Funktion. Auch die so genannte Bedienungsanleitung (einseitig auf einem Din-A-7-Zettel, also halbe Postkartengröße) erwähnt weder den Taster auf dem Gerät noch die beiden LEDs. Auch die beiden Steckkontakte sind so schlecht beschrieben, dass man schon ziemlich viel rätseln muss um zu erkennen, was wohin gehört.

Nachdem ich dann aber doch alles vorschriftsgemäß zusammengebaut hatte, entpuppte sich der Taster als Wechselschaltung zwischen Fahrradbeleuchtung und Ladefunktion. Ein gleichzeitiger Betrieb ist nicht möglich, laden bei Nacht fällt also aus und natürlich auch dann, wenn der Betreiber Befürworter des Tagfahrlichts ist. Der Sinn der LEDs, die an meinem Testgerät rot leuchteten, entweder flackernd oder konstant, blieb verborgen. Die „Krönung“ war dann allerdings die Anzeige auf meinem iPhone „Aufladen mit diesem Zubehör nicht unterstützt“. Ja was sollte das denn?

Leider ist das Gerät außerdem nicht spritzwassergeschützt, soll aber am Lenker montiert werden. Nach dem ersten Regen dürfte es wohl hinüber sein. Positiv anzumerken ist lediglich die große Anzahl der beiligenden Adapter, mir denen man so ziemlich jedes gängige Gerät anschließen können sollte.

Dermaßen gefrustet habe ich nach brauchbaren Lösungen gesucht und das „E-Werk“ von Busch und Müller gefunden, das allerdings zum stolzen Preis von über 100,00 EUR verkauft wird. An dem Gerät können Ausgangsspannung und -strom vorgewählt (begrenzt) werden, wobei maximal 13V 1,5A möglich sind. Ebenfalls liegen hier eine Vielzahl von Adaptern bei. Das Gerät ist außerdem spritzwassergeschützt, alle Kupplungen werden außerdem mit Gummitüllen verschraubt. Die Dokumentation ist vorbildlich und es ist möglich, gleichzeitig das iPhone zu laden während das Licht brennt. Soweit – so gut.

Der Test mit dem „E-Werk“ brachte zu meinem großen Erstaunen die gleiche Fehlermeldung wie beim deutlich billigeren „Revolt“ – „Aufladen mit diesem Zubehör nicht unterstützt“. Bei Busch und Müller fand ich schnell einen Ansprechpartner und es stellte sich heraus, das es (angeblich) „solche und solche“ iPhones geben würde; die einen, die diese Fehlermeldung nicht produzieren, die anderen, die offenbar sensibler sind. Ob das stimmt? Ursache ist jedenfalls der Umstand, dass durch den Fahrraddynamo keine konstante Ausgangsspannung geliefert wird sondern die Spannung langsam von 0 bis zum voreingestellten Wert steigt. Das iPhone erwartet allerdings eine konstante Spannung von 5 Volt.

An dieser Stelle muss ich einmal darauf hinweisen, was ich erwarte. Nämlich dass ein Ladegerät für über 100,00 EUR mit einer Vorwahl von Strom und Spannung auch genau das liefert, was vorgewählt wurde. Dazu gehört m.E. auch, dass entweder 5V rauskommen oder nichts. Eine simple Obergrenze ist mit wenigen elektronischen Bauteilen realisiert und steht in keinem Verhältnis zum Verkaufspreis. Zumal die ganze Regelung für uns iPhone-&-Co-User überflüssig ist und eine konstante Spannung von 5 Volt wie beim „Revolt“ ausreichen würde. Nicht ganz nachvollziehen kann ich auch die einstellbare Strombegrenzung. Das iPhone zieht nicht mehr Strom als es benötigt, wozu also eine Obergrenze festlegen?

Zurück zum Test – was nun? Geschäftstüchtig, wie man bei Busch und Müller zu sein scheint, schlug die Dame am Telefon vor, doch eine Pufferakku anzuschließen, den die Firma für ca. 60,00 EUR als Extra anbietet. Darauf habe ich dann dankend verzichtet und stattdessen einen Schalter aus der Bastelkiste in die Zuleitung gelötet. Nun schalte ich das Ladegerät erst während der Fahrt ein und das Laden funktioniert anstandslos.

Rückblickend würde ich bei einem erneuten Kauf wohl eher dem „Revolt“ den Vorzug geben. Wenn man es parallel zur Beleuchtungsanlage anschließt, müsste bei entsprechend leistungsfähigem Dynamo (Nabendynamo) auch ein gleichzeitiges Laden mit Beleuchtung möglich sein. Und dass das Gerät nicht spritzwassergeschützt ist, würde mich nicht stören, da ich es sowieso in der Lenkertasche verstauen und schon wegen des Diebstahlschutzes nicht am Fahrrad belassen würde. kdg

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